UNWIRKLICH WIRKLICH


STEFANIE KRÜGER – Malerei
HORST KISTNER – Fotografie

Stefanie Krüger lotet in ihren fast fotorealistisch anmutenden Gemälden die Untiefen zwischen Wirklichkeit und Illusion, Realität und Phantasie aus. Menschenleere Park- und Wasserlandschaften sowie einsame Architekturkulissen und verlassene Schwimmbäder, meist in diffuser Schwebe zwischen Nacht und künstlichen Lichtquellen eingefangen, bilden die stillen Schauplätze für Krügers geheimnisvoll und surreal wirkende Bildwelten. Die atmosphärisch verdichteten Malereien offenbaren leise Verschiebungen unserer Alltagswahrnehmung, so daß scheinbar banale Situationen und idyllische Stimmungen unversehens ins Unwirkliche und Fremdartige, Beklemmende und Bedrohliche umschlagen. Es entstehen eigentümlich magische, traumartige Momente, die stets verborgene Gefühlsebenen anklingen lassen. Die 1970 in Stuttgart geborene Künstlerin lebt und arbeitet dort.


Stefanie Krüger  

Horst Kistner setzt seine Motive wie ein Regisseur ins Bild: Mit großem gestalterischen Aufwand schildern seine präzise konzipierten Fotografien Szenenbilder des scheinbar Alltäglichen, die zugleich Momente des Absurden und Rätselhaften in sich tragen. Sorgfältig arrangierte Interieuraufnahmen zeigen Modelle in der Küche, im Schlafzimmer, beim Backen, Bügeln oder Blumengießen, doch die vertraute Wirklichkeit des Dargestellten gleitet durch ironische Brechungen ins Irreale und Phantastische. Inspiriert von Filmstills der 40er bis 60er Jahre erzählen Kistners Bilder eigentümlich surreal anmutende Geschichten zwischen Realität und Tagtraum. Nicht selten schwingt ein sinnlich-erotischer Unterton mit. Insbesondere die virtuose Lichtregie lässt die Fotoarbeiten wie Gemälde wirken. Der 1969 in Würzburg geborene Künstler lebt und arbeitet in Karlsruhe.


Horst Kistner

 


Infos zur Ausstellung:
Kunstverein Radolfzell e. V., Villa Bosch
10.03. – 29.04.2018
Vernissage am Freitag, 9. März 2018, 19.00 Uhr
Begrüssung: Dr. Wolff Voltmer (1. Vorsitzender)
Einführung: Dr. Andreas Gabelmann (Kunsthistoriker)

Finissage am Sonntag, 29. April, 16.00 Uhr: Rundgang durch die Ausstellung mit Künstlergespräch