Abschiedsrede für Rainer Wirtz


Wir müssen Abschied nehmen von unserem Freund, Gründungsmitglied  und langjährigen Mitglied im künstlerischen Beirat des  Kunstvereins Radolfzell, unserem verehrten  Rainer Wirtz.

Der Tod eines Menschen, dem wir nahe standen, ergreift uns schmerzlich, ganz besonders, wenn - wie hier bei Rainer Wirtz -   das Ableben viel zu früh und  letztendlich überraschend schnell eingetreten ist. Was uns bleibt, ist eine Leere  -  und  die Erinnerung an einen besonders liebenswerten Menschen.

Bei der Gründung des Kunstvereins Radolfzell  hat sich der in Radolfzell ansässige Prof. Rainer Wirtz als Gründungsmitglied dem Kunstverein von Anfang an  zur Verfügung gestellt, indem er durch seine prägende Mitarbeit  im künstlerischen Beirat entscheidend zur Erfüllung der Aufgaben des Kunstvereins  beigetragen hat, nämlich die Konzeption der Ausstellungen zu entwickeln,  entsprechende Künstler auszuwählen und für Ausstellungen einzuladen. Hierfür kam ihm und unserem Verein seine frühere langjährige Tätigkeit und Erfahrung als Museumsdirektor zugute, die ihn als ausgewiesenen Kunstkenner sowie kompetenten Ansprechpartner für Künstler, Mitarbeiter und die Öffentlichkeit auszeichnete. Rainer Wirtz hat wiederholt  Einführungen in unsere Ausstellungen selbst übernommen, wodurch er vielen Interessenten den Zugang zur  zeitgenössischen Kunst  eröffnete - somit dürfen  wir  ihn mit aller Hochachtung als einen der geistigen Väter des Radolfzeller Kunstvereins bezeichnen:
der Kunstverein ist Rainer Wirtz zu großem Dank verpflichtet !


In den mehr als 20 Jahren der gemeinsamen ehrenamtlichen Tätigkeit im Kunstverein ist dank seiner freundlichen, offenen und ausgleichenden Art eine enge menschliche Bindung zwischen den Mitgliedern im Vorstand und Beirat entstanden, aus der viele persönliche Freundschaften zu ihm und seiner Frau Renate gewachsen sind. Umso trauriger hinterlässt uns sein so plötzlicher Abschied.

Lieber Rainer, wir  werden immer mit größter Hochachtung und Wertschätzung an Dich denken und dankbar sein, dass Du uns in den mehr als 20 Jahren so liebenswert begleitet hast:
Wir danken Dir für Deine langjährige Treue und Freundschaft.



Ziele und Aufgaben des Kunstvereins Radolfzell e.V.

 

Ein Forum für zeitgenössische Kunst


Der Kunstverein Radolfzell wurde 1991 nach Eröffnung der Städtischen Galerie „Villa Bosch“ in Radolfzell von Freunden der bildenden Künste sowie von Kunstschaffenden der Region gegründet.
Die Stadt Radolfzell stellt die Städtische Galerie „Villa Bosch“ dem Kunstverein Radolfzell für jeweils 3 Ausstellungen pro Jahr zur Verfügung - diese erfolgen im Wechsel mit Ausstellungen des Städtischen Kulturamts.

Die Aufgabe als Kunstverein sehen wir darin, den unterschiedlichen Ausdrucksformen zeitgenössischer Kunst ein Forum zu bieten, um sie so dem Betrachter näher zu bringen – als Vermittler zwischen Kunstschaffenden und Publikum. Insbesondere jüngeren Künstlern wird hier die Möglichkeit der Präsentation ihrer Arbeit gegeben, wobei der Schwerpunkt bei der Auswahl der Künstler auf der Qualität liegt und diese möglichst in der näheren Umgebung gesucht werden. Um die Ausstellungen in einen inhaltlichen Zusammenhang zu bringen, werden jeweils mehrere aufeinander folgende Ausstellungen unter ein Thema gestellt. In der Regel werden pro Ausstellung 2 KünstlerInnen gezeigt, wobei vorgesehen ist, jeweils Künstler mit einer ihm eigenen Ausdrucksform zu präsentieren. Dadurch soll ein hohes Ausstellungsniveau mit klar erkennbaren Strukturen und Abgrenzungen erreicht werden.
Ein künstlerischer Beirat aus erfahrenen Fachleuten in Sachen Kunst berät den Vorstand, um diesem selbst gestellten Qualitätsanspruch gerecht zu werden.

Im 2-Jahres-Rhythmus ist eine nicht jurierte Ausstellung den eigenen Mitgliedern vorbehalten – bewusst unjuriert, um jedem unserer kunstschaffenden Mitglieder die Möglichkeit zu geben, selbst in der Villa Bosch auszustellen - als Dank und Anerkennung für die finanzielle Unterstützung in Form der Mitgliedsbeiträge, ohne die wir den uns gestellten Aufgaben nicht nachkommen könnten.

Der Kunstverein Radolfzell e.V. verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.
Die Aufgaben und Ziele des Kunstvereins sind in der Vereinssatzung beschrieben.

 

Vorstand

Der Vorstand des Kunstvereins Radolfzell e.V. besteht zur Zeit aus folgenden Mitgliedern:

1. Vorsitzender Dr. Wolff Voltmer
2. Vorsitzender Siegfried Lehmann
Geschäftsführerin Nicole Rabanser
Schriftführerin Marlis Faller
Schatzmeister Helmut Granser

Zur Unterstützung bei der Erstellung des Künstlerischen Konzepts der Ausstellungen sowie bei der Auswahl der auszustellenden Künstler lässt sich der Vorstand durch einen Sachverständigenbeirat („künstlerischer Beirat“) beraten - dieser besteht derzeit aus:

Frau Rose Marie Stuckert- Schnorrenberg
Frau Trude Kränzl
Dr. Andreas Gabelmann
Frau Dagmar Scherer-Ohnacker

Beschreibung des künstlerischen Beirats (PDF-Download) >>

 

 

 

Wolfgang Folmer

Märchenhafte Bilder

Wolfgang Folmer wurde 1960 in Merzig an der Saar geboren und wuchs in Großrosseln an der deutsch-französischen Grenze auf.  Zunächst machte er eine Ausbildung zum Maschinenschlosser und Wagenmeister.
 1987 begann er ein Studium der Freien Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei Prof. Dieter Groß und Prof. Rudolf Schoofs, das er 1993 abschloss.
 Ab 1994 war er als freier Künstler in verschiedenen Ateliers in Ludwigsburg und Heilbronn tätig.
 Später arbeitete er als Dozent an verschiedenen Kunsthochschulen, darunter an der Jugendkunstschule in Heilbronn und der Fundació Pilar i Joan Miró a Mallorca in Spanien.
Seine Arbeiten sind seit 1988 in vielen verschiedenen Ausstellungen und Projekten regional, überregional und international zu sehen.

Wolfgang Folmer konfrontiert den Betrachter in seinen großen Holzschnitten mit Motiven, die in den Tiefen deutscher Volksromantik wurzeln. Nach und nach geben sich dem betrachtenden Auge ein Hirsch, ein Bullterrier, Schweine und Dackel, in den 70er Jahren der Lieblingshund aller Deutschen, zu erkennen. Folmer zitiert archetypische Bilder des Deutschen, die je nach Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Schicht als Ausdruck gelebter  Volkstümlichkeit und echter  Gemütlichkeit  geliebt oder  gerade wegen  dieser  Konnotation strikt  abgelehnt  werden.

Die Tiere sind gepaart mit niedlichen Puppen und Bären, deren sichtbar belassene Nähte sofort die verschämte Assoziation an aufzuschlit zendes Spielzeug wecken . Die märchenhaften Elemente, wie die als Bremer
Stadtmusikanten auf einem Tisch aufgetürmten Tiere, sind in der Zusam­ menführung mit den anderen Gegenständen in den bizarren Szenarien auf ihren meist grausamen Kern, der den meisten Märchen innewohnt,
z urückgeführt. Das bühnenhafte Geschehen kippt Folmer komplett in
die Fläche. Tische, auf denen die Gegenstände häufig arrangiert werden, unterstreichen die Künstlichkeit der Situation und entlarven das Ganze als Konstruktion des Künstlers .

Alles wird zusammengespannt  in ein licht- und schattenloses Szenario, klaustrophobisch eingepfercht  in mit Paneelen und Backsteinen abgeriegelten Räumen, aus denen es kein Entrinnen gibt. Die groteske und bösartige Szene, die sich hart am Rande des Kitsches bewegt, wird von einer messerscharfen Linie zusammengehalten . Sie alleine grenzt die durchgängig  schwarz  gedruckten  Flächen voneinander  ab,  bzw. verbindet sie miteinander.

Auch wenn die einzelnen Gegenstände benennbar sind, müssen die Dinge nicht sein, was sie zu sein vorgeben . Umgekehrt stellt Folmer typische Klischees auf den Prüfstand . Das scheinbar klare und benennbare Bild der Wirklichkeit kippt in diesen Holzschnitten ins Absurde und verlangt vom Betrachter eine eigene Stellungnahme.

Die Holzschnitte hat Folmer aus einer 8 mm dünnen Spanplatte herausge­ arbeitet. Das preiswerte und brüchige Material birgt das ständige  Risiko, mit einem zu starken Schnitt die Platte zu zerschneiden - auch das ein Bild für die Fragilität der Weit und der Szenarien, die Folmer vorführt.  Folmer nutzt die ganze malerische Bandbreite des modernen  Holzschnitte s und bezieht bewusst populäre Ausdrucksformen, wie z .B. aus dem Comic, mit ein . (E M.F)

Dr. Eva-Marina Froitzheim

Mitgliederausstellung



"VIELFALT"

 

Dauer

platzhalter

04.12.2010 – 09.01.2011

 

 

 

Öffnungszeiten

 

Di – So 14.00 – 17.30 Uhr

 

 

 

Eröffnung der Ausstellung

 

Freitag 03.12.2010 um 19.00 Uhr

 

 

 

Presse

 

SÜDKURIER: PDF-Download >>